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Die Geschichte meiner Krafträder


Zu meinen liebsten Hobbys gehört das Motorradfahren bei schönem Wetter. Dafür lasse ich schon mal die eine oder andere sinnvolle Beschäftigung links liegen.

Diese Vorliebe für motorisierte Zweiräder hat wohl ihren Ursprung in meiner Jugendzeit. Damals fuhr ich täglich mit meiner Herkules K 50 SS (SS stand für Super Sport). Schon damals sehnte ich mich nach einer Maschine mit Viertaktmotor, denn das Geknatter der kleinen 50er war nicht so nach meinem Geschmack. Außerdem tat es mir in der Seele weh, wenn sich das arme Ding so quälen musste, um die 100 km/h-Marke zu knacken.

Mit 18 stand dann die Anschaffung eines vierrädrigen Gefährts ins Haus. Von heute auf morgen waren damit die Zweiräder uninteressant.

Viele Jahre später, nämlich 1989, juckte es plötzlich wieder und ich beschloss, mir eine BMW R 75/5 zuzulegen. Im folgenden Winter zerlegte ich das leicht mitgenommene Stück und brachte es auf Vordermann. Der Rahmen und einige andere Teile bekamen eine neue Lackschicht, viele Teile wurden ausgewechselt (damals waren die Ersatzteile noch erschwinglich) und polierbare Stücke wurden wieder auf Hochglanz gebracht.

Nach einem Rhodos-Urlaub überredete mich meine mir Angetraute, doch etwas "Vernünftiges" zu kaufen. Durch einige Fahrten als Sozia auf verschiedenen Leih-Motorrädern war auch sie auf den Geschmack gekommen und forderte von da an vehement den Kauf eines anderen Krads. Für die BMW fand sich (natürlich) leicht ein Käufer und der Weg zur Neuen war geebnet. Wir einigten uns dann schließlich auf eine Suzuki Intruder VS 1400. Von da an war es dann aus mit der Ruhe in unserer Straße, den das Ding war, warum auch immer, immens laut.

An dem Japaner gab es nicht viel zu schrauben. Also musste etwas her, mit dem ich mich sinnvoll beschäftigen konnte. Schnell stand dann eine BMW R 26 in meiner Garage. Auch dieses Gefährt wurde total zerlegt und restauriert. Diesmal trieb ich erheblich mehr Aufwand als bei meiner ersten BMW. Der Rahmen wurde kunststoffbeschichtet, viele Lackteile professionell überarbeitet und der Motor total zerlegt und neu gelagert. Einige Kleinteile habe ich z.B. auf der Drehbank aus Edelstahl neu erstellt, andere bei einem Teilehändler oder auf Teilemärkten gekauft.

Unsere "Trude", so nannten wir liebevoll die Intruder, habe ich dann nach 7 Jahren treuer Dienste abgegeben, denn das stundenlange Putzen der ausgedehnten Chromflächen wollte ich mir nicht mehr länger antun. Zu diesem Zeitpunkt war meine Frau bereits mit Motorrädern "fertig", nachdem es bei einem Kreta-Urlaub zu einem kleinen Sturz mit einer Leihmaschine kam und sie die letzte Urlaubswoche statt am Strand auf dem Balkon verbringen musste.

Nach einem Jahr ohne eine große Maschine - ich hatte ja nur noch die Kleine aus dem Jahre 1959 - stand dann die Anschaffung einer modernen BMW ins Haus. Meine Wahl fiel dann zu Gunsten einer BMW R 1150 R aus. Diese verwöhnte mich mit so kleinen Annehmlichkeiten wie ABS und beheizbaren Griffarmaturen. Obwohl es eine BMW war, konnte man recht sportlich mir ihr fahren. In 3 1/2 Jahren legten wir gemeinsam 18500 km zurück.

Auf Dauer fehlte mir an der "R" ein vernünftiger Wind- und Wetterschutz. Also hielt ich Ausschau nach einem verkleideten Motorrad. Anfänglich gefiel mir die K 1100 LT ganz gut, ich endschied mich aber nach etlichen Probefahrten für die BMW R 1150 RT. Diese hat ein wesentlich besseres Fahrwerk als die "LT" und die Bremsen der "LT" waren auch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Es gab zum Kaufzeitpunkt (Nov. 2005) zwar schon neuere Modelle, die mir aber von der Optik nicht zusagten.

Was ich nie für möglich gehalten habe ist dann doch noch im April 2012 eingetroffen: Die gute alte R26 wurde verkauft. Sie stand nur noch unbewegt in der Garage herum und wurde alle zwei Jahre zum TÜV gefahren. Dafür war sie viel zu schade. Zu meiner Beruhigung hat sie einen guten Käufer gefunden, der sie in seine liebevoll gepflegte Sammlung aufnahm.

  © 2012 · Peter Netuschil · Emailemail senden