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Eine kleine "Sauerei".


Seit dem 12.11.2004 leisten uns zwei Minischweine Gesellschaft. Wegen Platzmangel musste eine Minischweinhalterin aus Stemwede-Oppenwehe, das liegt in der Nähe von Diepholz, ihre restlichen zwei Ferkel aus dem August-Wurf abgeben. Kurz entschlossen machten wir uns auf den weiten Weg und holten die beiden Knirpse von dort ab.

Zuhause in Dortmund angekommen mussten wir die beiden, die seit ihrer Geburt am 11.8.2004 in einem Schweinestall zusammen mit den Eltern und einigen Hühnern lebten, erst einmal grundreinigen. Dazu steckten wir sie in die Badewanne und brausten sie behutsam mit lauwarmem Wasser ab. Dies ging natürlich nur unter dem lautstarken Protest der "Opfer". Anschließend konnten wir sie getrost auf unsere Wohnung loslassen. Die beiden zogen es allerdings vor, sich nach diesen Strapazen in ihrem vorbereiteten Hundekorb etwas auszuruhen. Namen hatten wir uns schon frühzeitig ausgesucht: Er, auf dem Foto links zu sehen, sollte "Bruno" heißen. Sie bekam auf Wunsch unserer Tochter den Namen "Miss Piggy".

Da es anfangs noch fast unmöglich war, unseren Neuzugang auf den Arm zu nehmen, stellten wir das Paar noch vor der Reinigungsaktion komplett mit dem Tiertransportbehälter auf die Waage und zogen anschließend das Behältergewicht ab. Zusammen wogen sie 9,8 kg, wobei Miss Piggy etwas schwerer zu sein scheint als Bruno. Beide haben eine Schulterhöhe von ca. 20 cm und eine Länge ohne Schwänzchen von ca. 40 cm.

Der Vater, ein stattlicher Eber mit dem Namen Hugo, ist etwas kleiner als ein Schäferhund. Die Mutter, Henriette, ist wesentlich kleiner und fast zierlich, vielleicht so groß wie ein mittelgroßer Hund. Beide sind ca. 3 1/2 Jahre alt

Nach einiger Zeit wagten wir die ersten Annäherungsversuche. Und womit könnte man sich bei diesen futterorientierten Wesen wohl besser einschmeicheln als mit Futter. Anfangs gab es kleine Brotkrumen, die anscheinend genau die richtige Wahl waren. Später stellten wir fest, dass fast alles Essbare genau die richtige Wahl zu sein scheint. Besonders gut kamen gekochte Kartoffeln und natürlich kleine Apfelstückchen an, wie man auf dem Foto sehen kann.

Wir hatten uns vorgenommen, die Minischweine in den Wintermonaten in der Wohnung zu halten und gelegentliche Ausflüge in den Garten zu unternehmen. Die größten Bedenken hatten wir bezüglich der Stubenreinheit der "Schweine". Es dauerte auch nicht lange, da lag die erste Wurst auf der Küchenfliese. Mit einem Schüppchen legten wir dieses in das vorbereitete Katzenklo. Dann war der erste Tag mit den beiden auch schon zu Ende und wir gingen mit gemischten Gefühlen ins Bett. Am nächsten Morgen waren wir auf eine vollgeschi...ne Wohnung vorbereitet. Doch hier erlebten wir eine echte Überraschung. Alles, was bei den beiden in der vergangenen Nacht hinten herauskam, legten sie vorbildlich in dem Katzenklo ab. Daran sollten sich alle jungen Hunde mal ein Beispiel nehmen.

Auffällig ist, dass Miss Piggy und Bruno alles gemeinsam machen, wo die eine ist, ist auch der andere. Selbst der Toilettengang findet gemeinsam statt, wie man das ja lediglich von kleinen pubertierenden Mädchen in der Disko kennt. Unsere Schweinchen schmusen und kuscheln sehr viel. Auch im Schlaf liegen sie immer nah beieinander. Manchmal kann man nur noch die Nasen sehen, diese natürlich dicht bei dicht.

Nach zwei Tagen wurde es dann ernst für Bruno und Miss Piggy, denn unsere Enkelin Alina kam wieder nach Hause. Doch auch dies lief recht unspektakulär ab. Nach kurzer Schnupperphase setzte sich Alina kurzerhand in den Schweinekorb und wurde sogleich als vollwertiges Rottenmitglied anerkannt. Die etwas rauhere Umgangsform wird augenscheinlich kein Hinderungsgrund für eine sich anbahnende Freundschaft sein.

Am 25.11.2004 kam dann der Tag, vor dem jeder Mann Angst hätte. Bruno hatte seinen Kastrationstermin beim Tierarzt. Gleichzeitig sollte auch noch Miss Piggy durchgecheckt werden.

Als die Arzthelferin Bruno aus der Transportbox nahm, zeigte er, wie laut ein junges Minischwein schreien kann. Beeindruckt zog der anwesende Hunde-Patient seinen Schwanz ein. Gabi nahm Bruno schnell auf den Arm um ihn zu beruhigen. So friedlich hatte er sich dies noch nie gefallen lassen. Dann wurden wir nach Hause geschickt und durften nach 1 1/2 Stunden wieder kommen.

Wir waren pünktlich zu Stelle und fanden zwei sichtlich verängstigte Patienten vor. Der Tierarzt hatte beiden noch die Ohren gereinigt und beiden gute Gesundheit bescheinigt. Er sagte uns noch, dass Bruno doch kein Binneneber ist, was wir bis dato annahmen. Binneneber haben die Hoden innen, sind durch die permanent zu warmen Hoden in der Regel unfruchtbar.

Zu Hause angekommen verkroch sich Bruno sofort in sein Körbchen, nicht einmal die Nase war zu sehen. In der folgenden Nacht hat er sogar zum ersten mal ins "Bett" gemacht. Am nächsten Tag war alles vergessen. Bruno und Miss Piggy gingen sogar in den Garten und tobten dort herum (siehe Fotos: links Bruno, rechts Miss Piggy).

Damit wäre dann hoffentlich das Thema "Nachwuchs" vom Tisch. Allerdings sind Eber noch bis zu 7 Wochen nach der Kastration zeugungsfähig. Wird schon gut gehen ...

--- Fortsetzung folgt ---

  © 2004 · Peter Netuschil · Emailemail senden